Veröffentlicht: 31.03.2025. Rubrik: Satirisches
Treffen!
Vorhin hatten Alf und ich eine Begegnung tierischer Art im heimischen Tann. Nicht etwa Katzen kreuzten unseren Weg, auch nicht die großen, ständig hungrigen, mal mit, mal ohne Warnfarben. Keine Fremdrüden, die unseren Alf verrückt gemacht hätten, die domestizierten Nachfahren der grauen Rüber, waren zu sehen.
Zumeist sind ja diese an Halsband, Brustgeschirr, oft in unmöglichen Farben, oder einem angeleinten Menschen in der Nähe erkennbar. Nein, das Urtier, das Raubtier, dieses durch Märchen und Legenden in Verruf geratene Unwesen, plierte uns aus dem Unterholz entgegen. Weil es nicht angriff und umgehend Deckung suchte, reifte in mir die Überzeugung (eine sehr kurze Reifungszeit) dass es sich nicht etwa um einen Hybriden handelte sondern um einen Wolf, das Original selbst. Die sind bekanntermaßen sehr scheu und gehen den Menschen tunlichst aus dem Wege, soweit dies möglich ist. Hybriden hingegen, zumeist aus einer Verpaarung des Wildtieres mit einem Haushund entstanden, sind, genetisch bedingt, an den Menschen gewöhnt und attackieren ihn hin und wieder auch.
Klar haben mir meine Eltern nicht die Lektüre der Brüder Grimm und ihrer Berufskollegen vorenthalten und obwohl ich nicht über ein rotes Käppchen verfüge, und meine Großmutter schon seit langem nicht mehr fressbar ist (vor sehr vielen Jahren verstorben und ich glaube kremiert), habe ich dann den Weg nach Hause doch recht schnell hinter mich gebracht. Ich wollte ja nicht dass irgendein Jäger diesem armen Tier was antat, nur weil es mich oder Hund, eventuell doch, verspeist hätte. Zudem bin ich Mitglied beim NABU und da würde ein derart rüdes Verhalten nicht toleriert werden, dass des Waidmannes ist gemeint!
(O.R.F.)

