Veröffentlicht: 27.02.2025. Rubrik: Unsortiert
Es war einmal...eine wahre Geschichte Teil 2
Es war einmal…….1.Teil
Es war einmal,vor langer,langer Zeit,da wohnte ein alter Mann mit seiner Frau in einem kleinen Haus am Stadtrand von Wolgast.Seine Eltern wohnten schon dort,auch seine Großeltern und auch er wollte niemals woanders wohnen wollen.Es war ein einfaches Leben in einem Haus ohne großen Komfort,aber das störte sie nicht,denn sie kannten es ja nicht anders.Im Winter musste erst einmal,bevor es warm in der Stube wurde,der Ofen angeheizt werden und die Großmutter verbrachte einen ganzen Tag damit,die Wäsche mit der Hand zu waschen,die dann im Hof an der frischen Luft getrocknet wurde.Es gab auch kein Bad,gewaschen wurde sich in der Küche in einer Schüssel,oder in einer Zinkbadewanne.Das Wasser musste dann erst zeitaufwendig auf dem Herd erhitzt werden,bevor man in die Wanne steigen konnte.Man badete auch nicht jeden Tag,meistens war Samstag der Badetag und dann badeten alle in dem gleichen Wasser,erst die Eltern und dann die Kinder.Wer sich an dem Tag von den Kindern daneben benommen hat,musste als Strafe als letzter baden ( da gibt es aber keine Zeitzeugen mehr,die das bestätigen können ).Der einzige Nachteil war dabei das Wasser,das am Ende nicht mehr so richtig warm war.Die Vorteile überwiegen aber,man verbrauchte nicht so viel Wasser,man war weniger empfindlich und daher auch weniger krank und das baden dauerte nicht so lange,denn je mehr Kinder um so kürzer wurde die Badezeite,weil das Wasser langsam abkühlte. Die Toilette war ein einfaches Plumpsklo,meisten außerhalb der Wohnung im hintersten Teil der Werkstatt untergebracht,da musste man sich schon genau überlegen,ob man Nachts nochmal raus musste,als Alternative gab es einen Nachttopf,der unterm Bett stand,aber wirklich nur für den Notfall.
Sie lebten in einem kleinen Königreich,das von König Erik dem Gütigen und seiner Frau,der Königin Marga die Göttliche regiert wurde.Der König war ein weiser Mann,er sorgte gut für seine Untertanen und das dankte ihm sein Volk mit Respekt und Fleiss.Er wollte gesunde und sportliche Untertanen und nicht so verweichlichte Couchpotatoes,wie in anderen Königreichen und darum tat er alles dafür den Komfort niedrig zu halten,nach dem Motto “ Was ich nicht weiss ,macht mich nicht heiss “!denn eines wusste er,ist der Mensch erst einmal auf den Geschmack gekommen,dann ist es schwer ihnen wieder die Annehmlichkeiten weg zu nehmen,deswegen sind schon Kriege ausgebrochen.
Wenn Sonntags die Kinder mit den Enkelkindern zu Besuch kamen,dann füllte sich das Haus mit Leben,das mochten sie.Dann geb es immer Großmutters berühmten Streuselkuchen und für die Kinder eine Tasse Kakao.Die Oma sagte dann immer “ meine Lieben,das ist heisse Schokolade, die hat der Onkel aus Amerika geschickt,schön langsam trinken,das ist was ganz besonderes,das muss man geniessen “!Die Kinder konnten sich dann das Lachen nicht verkneifen.Sie gingen zwar erst in die 2.Klasse,aber doof waren sie nicht,die Oma konnte sie nicht veräppeln.Seit wann konnte man Schokolade trinken,Schokolade gab es doch nur als Tafel oder als Weihnachtsmann zum christlichen Fest.Den Onkel aus Amerika hatten sie auch noch nie gesehen,noch nicht einmal auf einem Foto.Wie sollte der auch dort hingekommen sein,der Opa hatte doch noch nicht einmal ein Ruderboot.Naja,aber geschmeckt hat es ,es war wirklich lecker,nicht so wässrig wie der Kakao,den Mama immer kauft.Der Großvater hat sein halbes Leben auf der Peene Werft gearbeitet und nun als Rentner genießt er seinen Ruhestand.Die Rente ist nicht groß,aber sie kommen zurecht.Der König hat verfügt,das sämtliche Lebensmittel,aber auch viele andere Dinge des täglichen Lebens für jeden erschwinglich sein müssen,er hat die Preise festgelegt und sie dürfen auch nicht erhöht werden.Jeder sollte sich einen Sonntagsbraten leisten können.Na das war ja mal eine Ansage,wer würde denn darauf gerne freiwillig verzichten wollen.Der Großvater mochte am liebsten Kasslerbraten und wenn die Großmutter dann noch ihre berühmten Thüringer Klöße zauberte,dann war das ein perfekter Sonntag,der dann nur noch durch einen Schokoladenpudding gekrönt werden konnte,am liebsten mit frischen Erdbeeren aus dem Garten.Der Garten war riesig und es gab eigentlich nichts was es nicht gab.Für die Enkel war es wie ein kleines Paradies,wo sie sich nach herzenslust austoben konnten .Niemand meckerte sie an,wenn sie die Mohrrübe oder die Radieschen einfach aus der Erde zogen,etwas abklopfen und in den Mund steckten.Die Oma hat immer gesagt “ Sand reinigt den Magen “ !Sie schlugen sich mit Kirschen den Bauch voll,die sie sich direkt vom Baum schmecken ließen,mit all den ganzen fiesen Keimen und man wird es nicht glauben,es hat ihnen nicht geschadet,sie sind noch nicht einmal krank geworden.Selbst der Lieblings Lutscher,den sie immer von der Oma zugesteckt bekamen schmeckte wunderbar,auch wenn er beim spielen in den Sand gefallen war.Er wurde einfach kurz abgeklopft und dann wurde weiter gelutscht.Wenn es dann hiess “ Kinder der Kakao ist fertig “ rannten sie so schnell sie konnten und stürzten sich über den Streuselkuchen her,den mochten sie am liebsten,der war noch besser wie Mamas Käsekuchen.Sie kamen direkt aus dem Garten,völlig schmutzig,aber das war egal,das Händewaschen konnten sie sich sparen,weil es gleich wieder weiter ging mit der Gartenentdeckungstour.Am späten Nachmittag ging es dann wieder nach Hause ,zu Fuss bis in die Bahnhofstrasse.Das war nicht gerade um die Ecke,aber eine Verweigerung hätte nichts gebracht und eine Diskussion erst recht nicht.
Der letzte und einzige Bus war schon lange weg und eine Alternative gab es nicht,denn wer ein Fahrrad sein eigen nennen konnte,naja der zählte schon zu den Privilegierten und leider gehörten die Eltern nicht dazu.Außerdem hatte der König die Parole herausgegeben “ Treibe Sport an jeden Ort “ und die Eltern waren königstreue Bürger.
Es war einmal……. Teil 2
Der König wusste genau,wie er seine Untertanen glücklich machen konnte.Er hatte zum Beispiel beschlossen,das Warenangebot in den Geschäften künstlich zu verknappen.In seinen Auslandsreisen in benachbarte Königreiche ist ihm aufgefallen,das die Menschen sich wenig miteinander unterhielten.jeder sitzt irgendwo für sich und selbst in Gaststätten findet kaum eine Unterhaltung statt.
Das wollte er ändern,er dachte dabei vor allem an die älteren alleinstehenden Menschen,die ja die meiste Zeit ganz alleine in ihrer Wohnung sitzen und immer mehr vereinsamen.Wenn er jetzt die Lebensmittel,aber auch andere Sachen rationieren würde,dann würden die Menschen viel gezielter einkaufen gehen.Sie würden sich dann in eine wartende Schlange vor dem Geschäft einreihen,in der Hoffnung eines der begehrten Artikel zu erwerben,die es nicht immer gibt.Während sie vor dem Geschäft warten,kommen sie natürlich ins Gespräch,sie sprechen dann nicht nur über den Artikel den sie gleich hoffentlich erwerben werden,sondern,so länger es dauert,über Gott und die Welt.Es würden richtige Freundschaften entstehen.Es werden sich sogar Leute in die Schlange stellen,die eigentlich gar nichts kaufen wollen.Alleinstehende und einsame Menschen werden sich auf den Weg machen,die sonst keinen Schritt vor die Tür setzen würden.Alle werden dort stehen und warten und eine schöne Zeit miteinander verbringen,ist das nicht toll.Und wenn sie dann am Ende noch eine Ungarische Salami ergattern können,dann ist die Freude doppelt groß und alle anderen ,die leer ausgehen gehen nicht frustriert nach Hause,nein denn sie hatten ja einen schönen Nachmittag,mit interessanten Leuten und guten Gesprächen.Dann kommen sie am nächsten Tag einfach wieder.Genauso würde es auch in den Gaststätten funktionieren,wenn man die wartenden Gäste platzieren würde.Es wurde ihm zugetragen,das es in den Gaststätten immer freie Plätze gibt,weil man sich nicht gerne freiwillig an einem Tisch setzen möchte,wo schon jemand anderes sitzt.Wenn der Kellner die Gäste platzieren würde,dann würde das vorhandene Platzangebot besser ausgelastet werden,das würde den Umsatz erhöhen,aber was noch viel wichtiger ist,ein Pärchen was bis jetzt ganz alleine am Tisch gesessen hat und wahrscheinlich den Abend schweigend verbracht hätte,würde plötzlich aus ihrer Lethargie gerissen werden,der Herr würde sich mit dem anderen Herrn angeregt über Fussball unterhalten,die beiden Frauen über Mode und der Abend wäre gerettet.Alle würden zufrieden nach Hause gehen und der Abend würde ihnen noch lange in Erinnerung bleiben.Das die Preise stabil waren und egal wo man im Land unterwegs war,es ist immer gleich kostete,das war natürlich ein großer Vorteil,man sparte viel Zeit und lange Wege.Es kam den König nicht auf einen hohen Gewinn an,obwohl die Schatzkammer es nötig hätte,die Zufriedenheit seiner Bürger war ihm viel wichtiger.Der König hatte extra eine KÖ - SI ( Königliche Sicherheitsabteilung ) ins Leben gerufen.Das Wohl seiner Untertanen lag dem König sehr am Herzen.Die Mitarbeiter der KÖ - SI sollten sich unauffällig unter die Bürger mischen und Missstände aufdecken.In persönlichen Gesprächen sollten sie herausfinden,ob die Menschen mit ihren König unzufrieden sind und wenn ja,wo denn der Schuh drücken würde.So könnte der König dann gezielt auf die Probleme eingehen und sie beheben,soweit es seine Finanzen zuliessen.Es gab natürlich genug Speichellecker,die sich bei ihrem Dienstherren einschleimen wollten.Sie schrieben nur positive Berichte,sie versorgten ihren König nur mit positiven Nachrichten und gaben ihm das Gefühl,der größte,beste und von allen geliebte Herrscher zu sein.Wenn der König durch sein Reich fuhr,stellten sie nur Königstreue Leute an die Strasse,die ihm zujubelten.Er liebte es ,das wussten sie und wenn dann noch tausende weisse und blaue Blusen die Strasse säumten,dann war der Tag gerettet.Er konnte sich auf seine KÖ - SI Mitarbeiter verlassen,er hatte sie alle persönlich ausgesucht,denn er hasste es hintergangen zu werden,außerdem lauerten überall Neider die ihn stürzen wollten,da gab es ja genug Beispiele aus der Geschichte.

